So verändert die Antibabypille dein gesamtes Leben

Inwiefern sich die Pille auf die eigene Persönlichkeit auswirkt, konnte inzwischen noch nicht ausreichend erforscht werden. Aber Auswirkungen auf dein Gefühlsleben hat sie mit Sicherheit.

Die Verschreibung der Antibabypille

Das Mädchen kommt aus dem Untersuchungszimmer der Gynäkologin und bleibt zögernd vor der Tür stehen. Dahinter verabschiedet sich gerade noch ihre Mutter von der Ärztin und bedankt sich recht herzlich. Die junge Tochter hält in ihren Händen eine Packung mit Antibabypillen. Dieses Szenario erleben viele junge Frauen - damals wie heute. Laut dem österreichischen Verhütungsreport sind die Zahlen der Pille rückläufig, jedoch ist die Antibabypille bei Frauen unter dem 30. Lebensjahr - zu 53 Prozent - das beliebteste Verhütungsmittel.

Gründe für die Antibabypille

Ganz klar ist die Einnahme der Pille oftmals als Verhütung gedacht. Doch das Verhütungsmittel kann bei jungen Frauen sehr vielseitig angewandt werden. Viele Jugendliche klagen über starke Schmerzen während der Periode oder auch über sehr unreine Haut. Zudem machen sich viele Eltern Sorgen, dass die Tochter in zu jungen Jahren schwanger werden könnte. Hier nimmt die Antibabypille den Eltern oftmals die Sorgen ab.

Totales Neuland

Natürlich ist das erste Gespräch mit einem Gynäkologen oftmals totales Neuland für die jungen Heranwachsenden. In erster Instanz versucht der Arzt herauszufinden, aus welchem Grund die Tochter die Pille nehmen möchte. Handelt es sich um einen Freund oder bereitet die Periode Probleme? All diese Dinge werden erst einmal besprochen, um die ideale Pille herausfiltern zu können.

Probleme bei der Wahl der Pille

Für ein wirklich aufklärendes Erstgespräch müsste sich der Gynäkologe deutlich mehr Zeit nehmen. Meist stehen vor allem Kassenärzten jedoch nur um die drei Minuten zur Verfügung. Es gibt zudem Ärzte, die die Pille auch dann verschreiben, wenn das Mädchen lediglich unter Akne leidet. Gibt es Probleme bei der Periode und soll zusätzlich verhütet werden, dann ist die Pille eine gute Wahl.

Mögliche Risiken

Neben der Anwendung sollten allerdings auch die Risiken der Pille zu Wort kommen. Es besteht bei der Einnahme dieser Medikamente ein erhöhtes Thrombose-Risiko. Daher sollte im Vorfeld abgeklärt werden, ob das Mädchen raucht oder ob eventuelle Vorerkrankungen in der Familie liegen. Zudem kann die Pille einige Nebenwirkungen mit sich bringen. Auch hier sollte ausreichend Zeit für Aufklärung genutzt werden.

Geglättete Emotionen

Es gibt jedoch auch zu vielen weiteren Nebenwirkungen keine Aufklärung, da die Studien dazu nicht eindeutig sind. Hierzu zählt die Veränderung der Stimmung durch die Pille. Während der normalen Menstruation herrschen natürliche Hormonschwankungen. Durch die Antibabypille werden diese Wogen geglättet. Es wird stets eine gleichbleibende Dosis an Hormonen ausgeschüttet, welche auf jenem Pegel ist, wie es jener nach einer Befruchtung ist.

Hier kann von einer sogenannten "Nebelschicht" gesprochen werden, denn die Stimmung der Frau wird niedergepegelt. Doch es kann eine Menge Vorteile haben, denn Östrogen macht glücklich und gibt der Frau Selbstvertrauen. Mit Progesteron wirst du mutiger. Gerade junge Mädchen, die in der Pubertät damit beginnen, die Pille einzunehmen, können von mehr Gelassenheit profitieren. Die normalen Stimmungsschwankungen während des Zyklus hingegen können sehr ausgeprägt und demnach sehr unangenehm sein.

Sehr komplexe Studien

Doch nicht alle Auswirkungen sind positiv. Laut dänischen Studien steigt das Risiko einer Depression um 20 bis 30 Prozent. Hierbei wurden allerdings die Lebensumstände sowie Vorerkrankungen nicht mit einbezogen. Eine weitere Studie gab 340 Frauen die Pille sowie Placebos. Sie wussten nicht, ob sie nun die Pille oder das Placebo einnahmen. Nach ungefähr drei Monaten verschlechterte sich nun allerdings die Lebensqualität jener Frauen, die die Pille einnahmen. Sie fühlten sich energielos und hatten laut Angaben deutlich weniger Selbstbeherrschung.

Beeinflussung des Gehirns

Eine Forscherin fand zudem heraus, dass die Pille jene Abteile im Gehirn beeinflusst, die dafür zuständig sind, Gesichter zu erkennen, Emotionen herauszufiltern oder auch flüssig zu sprechen. Wie sich das allerdings auswirkt, ist noch nicht bekannt.

Die verborgene Sexualität

Neben der Stimmung beeinflusst die Pille zudem den gesamten Organismus. Die natürlich Regelblutung und der Zyklus werden unterdrückt. Zudem wird das Testosteron vom Körper sehr gering gehalten. Dies wirkt sich wiederum auf das Lustempfinden (Libido) der Frau aus. So bleibt vor allem vielen jungen Frauen die eigene Sexualität verborgen, sie wird ihnen sogar oftmals genommen.

Selbst bestimmend entscheiden

Nach dem Absetzen der Pille kommt die Libido jedoch oftmals zurück. Allerdings kann mit dem Absetzen auch die Problematik zurückkehren, für die du die Pille erst haben wolltest. Deine Akne verschlechtert sich wieder, die Tage krampfen wieder enorm. Pheromone können zudem dafür sorgen, dass du deinen eigenen Partner plötzlich nicht mehr riechen kannst. Überlege dir also gut, was du genau möchtest und ob die Pille wirklich der idealste und einzige Weg ist.

Unterrichte auch deine Freundinnen von dieser Problematik, damit auch sie im Endeffekt selbst bestimmend über ihren Körper entscheiden können.