Papierhandtuch oder Händetrockner?

Wenn Du Dir an einem von vielen benutzten Ort - oder Örtchen - die Hände wäschst, findest Du stets einen Spender für Papierhandtücher oder aber ein Gerät, das die Hände mit einem Luftstrom trocknet. Vermutlich hat sich jeder schon einmal die Frage gestellt, was denn nun eigentlich sinnvoller ist und ob es dazu wissenschaftliche Untersuchungen gibt. Solche Studien sind verfügbar und sie beschränken sich auf den wichtigsten Punkt: die hygienische Effizienz.

 

 

Die Bedeutung der Wirtschaftlichkeit und der ökologischen Belastung kann man hier sicher vernachlässigen. Händewaschen erfolgt zu dem Zweck, diese einmal mechanisch von dem Schmutz zu reinigen, den man sieht und fühlt und natürlich auch zur Verminderung der Zahl der Keime, die jeder von uns mit sich trägt. Alle Untersuchungen beinhalten einen Vergleich der Keimbelastung der Hände nach dem Waschen und dem unterschiedlich vorgenommenen Trocknen.

Unterschiedliche Handtuchspender 

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Papierhandtuchspender gibt es in sehr unterschiedlichen Ausführungen. Bei einigen nimmt man das einzelne Stück von einem Stapel, bei anderen reißt man ein Stück von einer Rolle ab und wieder andere bieten ein Exemplar zur Entnahme an, ohne dass die Möglichkeit besteht, die anderen zu berühren: die sicher hygienischste Variante.

Elektrische Trockner 

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Bei den elektrischen Geräten gibt es grundsätzlich zwei Funktionsweisen. Die einen erwärmen die Luft und sollten so das Verdunsten der Flüssigkeit auf der Haut beschleunigen, was zuweilen ein wenig dauert. Die zweite Variante erzeugt einen so starken Luftstrom, dass die Wassertröpfchen von der Haut geblasen werden. Das geht meistens sehr schnell und sehr laut.

 

 

Ziel der Studien 

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Vorab: die wahrscheinlichste wichtigste Frage, ob nämlich die Menge der nach dem Händewaschen und -trocknen verbleibenden Keime gesundheitsschädigend ist, war nicht Gegenstand einer der Untersuchungen. Verglichen wurde die Menge der Keime und dies in der Hälfte der Studien anhand der natürlich auf der menschlichen Haut vorkommenden Keime und in den restlichen durch den Einsatz eines Testkeims.

Vergleichbarkeit der Studien 

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Wenn Du die Studien aufmerksam liest, wirst Du schnell feststellen, dass Qualität, Durchführung und Umfang nicht nur sehr unterschiedlich sind, sondern auch, dass in der überwiegenden Zahl der bekannten Studien die wissenschaftliche Beweiskraft anzuzweifeln ist. Die Anzahl der Testpersonen ist regelmäßig zu niedrig, nur eine Studie wurde mit 100 Personen durchgeführt.

 

 

Ermittlung der Keimbelastung 

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Mit einer Ausnahme wurden die Hände nur auf Bakterien getestet. Eine zumindest suchte auch nach einem häufigen Virus, der Magen-Darm-Infekte verursacht. Die Mehrzahl der Studien bestimmte die Keimmenge durch Zählen auf der Haut, zwei durch Aufdrücken der Hand auf einen Nährboden und zwei nutzten beide Methoden.

Organisation der Testverfahren 

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Der Ablauf der Testverfahren ist in den zugänglichen Unterlagen nicht so dargestellt, dass sie abschließend bewertet werden können. Die Auswahl der Testpersonen, ihre Zuordnung zu den Trocknungsverfahren und eine entsprechende statistische Evaluierung sind nicht nachvollziehbar. Auch ist offenbar keine der Studien verblindet, sodass alle nur mit Vorbehalt zu würdigen sind.

Ergebnisse der Studien 

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Die Ergebnisse der Studien sind widersprüchlich. Die Hälfte der Studien lässt keinen Unterschied zwischen den Trocknungsmethoden erkennen, drei favorisieren elektrische Trockner, eine Papierhandtücher. In zwei Fällen nahm die Keimzahl nach dem Trocknen sogar zu.

Das Wichtigste für Dich zum Schluss 

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Zwei der Studien beschäftigten sich in getrennten Testreihen mit den Folgen von Waschen und Trocknen. Sie kamen unabhängig voneinander zum Ergebnis, dass das Waschen für die Belastung der Hände mit Mikroorganismen weit bedeutsamer ist als das Trocknen.

Die Hände richtig waschen 

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Auch wenn Du es als Zumutung empfindest, dass Dir jemand sagen will, wie man sich die Hände wäscht, lies trotzdem weiter:

Zuerst sollte man die Hände umfassend anfeuchten, dann mit Seife gründlich reinigen. Unter "gründlich" versteht man nicht nur Handinnenseiten und Handrücken, sondern auch die Fingerspitzen, die Fingerzwischenräume, die Nägel und den Daumen. Das dauert etwa eine halbe Minute gefolgt von gründlichem Abspülen der Hände unter fließendem Wasser.

Die amtliche Empfehlung 

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Das Robert-Koch-Institut - das deutsche Zentralinstitut für Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsprävention - bezeichnet in seiner Empfehlung zur Händehygiene Warmlufttrockner für Gesundheitseinrichtungen als ungeeignet und empfiehlt Einmalhandtuchspender, die eine einfache Entnahme ermöglichen, ohne dass die nachfolgenden Handtücher kontaminiert werden.

Richtig Händewaschen kann jeder und das Trocknen ist nicht so wichtig, eine Ansicht, die man teilen sollte.